Amokfahrer angeklagt

Nach Amokfahrt am Flughafen von Singapur wird Taxifahrgast im Krankenhaus die Anklage zugestellt.

Die Polizei legt dem 30-jährigen Facharbeiter aus China gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge und Raub zur Last. Die seit Samstag früh laufenden Ermittlungen führten zu einer Anklageerhebung durch die Staatsanwaltschaft. Bei einer Verurteilung drohen dem Beschuldigten zwischen fünf und zwanzig Jahren Gefängnis sowie mindestens zwölf Schläge mit dem Stock.

Der Chinese hatte am vergangenen Samstagmorgen auf der Fahrt zum Flughafen einen Taxifahrer angegriffen, der über die Taxizentrale Alarm auslösen und das Taxi verlassen konnte. Grund des Streits soll die Befürchtung des Fahrgastes gewesen sein, der Taxifahrer würde ihm sein Gepäck nicht zurückgeben. Nachdem der Fahrgast sich vergeblich bemüht hatte den Kofferraum zu öffnen bemächtigte er sich schließlich des Taxis. Bei der anschließenden Flucht überfuhr er einen Flughafenangestellten, zerstörte die Eingangstüre zu einem Schnellrestaurant und rammte eine Ampel.

Bei dem Unfallopfer handelt es sich um den 35-jährigen Vorarbeiter eines Reinigungstrupps. Der Familienvater aus Malaysia verstarb noch an der Unfallstelle. Er hinterlässt vier Kinder im Alter zwischen zwei und neun Jahren. Die Ehefrau, die an einem benachbarten Flughafenterminal ebenfalls als Reinigungskraft arbeitet, erfuhr von Kollegen von dem Unfall ihres Mannes.

Der Unfallfahrer wird wegen Kopfverletzungen, die er sich bei der Amokfahrt zuzog, im Krankenhaus behandelt. Er befindet sich dort unter Bewachung. Warum er derart ausrastete ist bis jetzt ungeklärt. Zeugen beschreiben ihn als verwirrt und sehr aufgeregt. Die Polizei erklärte, die Ermittlungen würden fortgesetzt. 

Deutschlands berühmtester Taxifahrgast ist Bundespräsident

Mit 991 von 1228 Stimmen wurde heute von der Bundesversammlung Joachim Gauck zum Bundespräsidenten gewählt. 621 Stimmen hätten gereicht. 108 Wahlmänner hatten sich ihrer Stimme enthalten. An den ehemaligen evangelischen Pfarrer und Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde, der bei der letzten Wahl Christian Wulff unterlag, werden hohe Erwartungen gestellt. Bundestagspräsident Norbert Lammert hofft, dass der heute Gewählte eine volle Amtszeit von fünf Jahren Präsident bleibt. Außerdem wies er auf die historische Bedeutung des 18. März für Deutschland hin und gab der Hoffnung Ausdruck, die nächste Wahl eines Bundespräsidenten würde wieder an diesem schicksalsträchtigen Datum stattfinden können.

Aufsehen erregte die kurzfristige Nominierung Joachim Gaucks, von der er auf einer Taxifahrt vom Flughafen zu seiner Berliner Wohnung erfuhr. Er dirigierte den Fahrer zum Kanzleramt um, wo ihn Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere Politiker bereits erwarteten. Seinem Taxifahrer sagte er: „Sie fahren gerade den zukünftigen Bundespräsidenten.“ Heute wurde aus dem zukünftigen der gewählte Bundespräsident. 

Amokfahrt mit Taxi

Ein Toter, eine pulverisierte Glastüre, eine umgelegte Ampel und ein demoliertes Taxi. Das ist das Ergebnis eines Streits zwischen Fahrgast und Taxifahrer am Flughafen von Singapur gestern Morgen.

Der Citycab-Fahrer sagt, es ist schon auf der Anfahrt zum Flughafen zum Streit mit seinem Fahrgast gekommen. Vor dem Gebäude des SATS In-flight Catering Centre greift ihn der 30-jährige Chinese an. Der 57-jährige Taxifahrer drückt den Alarmknopf, hält das Taxi an und steigt aus. Sein Fahrgast, 27 Jahre jünger als er, läuft ihm hinterher und schlägt auf ihn ein. Dann setzt sich der junge Mann, Augenzeugen beschreiben ihn als sehr aufgeregt und verstört, selbst ans Steuer des Taxis und versucht in Richtung des Terminals für Billigflüge zu entkommen. Dabei überfährt er einen 34-jährigen Reinigungsangestellten. Passanten versuchen die Amokfahrt zu stoppen, was misslingt. Dann rast der Wagen in den Eingang eines McDonalds. Die Glastüre wird völlig zerstört. Erst als das Taxi eine Ampel rammt kommt es endgültig zum Stehen.

Die Polizei wurde bereits um 6:50 Uhr allarmiert, nachdem der Fahrer den Alarmknopf gedrückt hatte. Als sie nur wenige Minuten später am Catering Centre eintreffen, fordern die Polizisten sofort einen Rettungswagen für das schwer verletzte Unfallopfer, den überfahrenen Reinigungsangestellten, an. Der Notarzt konnte um 7:13 Uhr nur noch den Tod des 34-jährigen Malaien und Vaters von vier Kindern feststellen. Den Amokfahrer, den 30-jährigen Chinesen, nehmen die Polizisten fest.

Unklar ist was zum Streit zwischen Fahrgast und Taxifahrer geführt hat. Auch, was den Chinesen dazu bewogen hat, das Taxi zu kapern und sich alleine auf die Weiterfahrt zu machen, liegt völlig im Dunkeln. Ein Augenzeuge berichtet, der Fahrgast ist um das Taxi herumgelaufen, hat den Taxifahrer angeschrieen und geschlagen. Dann hat er versucht den Kofferraum zu öffnen und dabei in Mandarin geschrieen: „Ich will nach Hause!“

World Press Photo 2011

Letzten Monat wurden die besten Pressefotos prämiert. Hier die Geschichte des Siegerfotos.

Der Mensch nackt, geschunden, gefoltert. Die Mutter, über und über schwarz verschleiert, hält den Verletzten fest im Arm. Der Sohn ist mit seinen 18 Jahren der Mutter längst entwachsen, in diesem Moment aber zählt nur der Trost, dem sie ihm spendet. Die Szene spielt sich ab in einem Feldlazarett im Jemen während des Arabischen Frühlings, eingefangen von einem Fotoreporter der New York Times. Das Foto gab der Protestbewegung wie kein zweites ein Gesicht. Es ist das World Press Photo 2011 – und es zeigt einen Taxifahrer.

Der junge Mann ist, wie viele andere unzufrieden mit seinem Land. Über 33 Jahre regiert Präsident Ali Abdullah Saleh mit harter Hand. Das Land ist Wirtschaftlich am Ende. Mit gerade einmal zwei Dollar pro Tag ist das Einkommen so niedrig, wie nirgendwo in der Region. Jeder dritte Jemenit hungert. Zayed träumt von einer besseren Zukunft, will sich als Taxifahrer sein Medizinstudium finanzieren. Seit 2002 gibt es eine organisierte Opposition im Jemen, der er angehört. Auch, wenn er an seine eigene Zukunft denken muss, die Zukunft seines Landes liegt ihm mehr am Herzen. Mit dem Arabischen Frühling fühlt sich die Opposition im Aufwind. Als sich der Dauerpräsident mit einer Verfassungsänderung eine Regentschaft auf Lebenszeit sichern will, springt der Funke über und die Jemeniten gehen auf die Straße.

Als die Demonstrationen gegen Saleh beginnen, ist Zayed al-Qaws immer wieder ganz vorne mit dabei. Zusammen mit tausenden Gleichgesinnter geht es am 15. Oktober über die Zubairy-Straße in der Innenstadt von Sanaa in Richtung Außenministerium. Schüsse krachen. Tränengas erfüllt die Luft. Einige Demonstranten brechen getroffen zusammen. Die, die weitergehen, werden erneut unter Feuer genommen. Schließlich werden von offizieller Seite 12 Tote und 30 Verletzte gezählt. Zayed wird mit anderen in ein improvisiertes Feldlazarett gebracht. Eine nahe gelegene Moschee wurde kurzerhand zur Notaufnahme. Hier fand seine Mutter ihren bewusstlosen Jungen, hält den tot geglaubten im Arm. Zayed wird erst zwei Tage später aus seiner Ohnmacht erwachen.

Aufgenommen wurde das Foto von Samuel Aranda für die New York Times. Der 32-Jährige ist Krisen erfahren, berichtete schon aus Pakistan, dem Gazastreifen, Palästina, aus dem Libanon, dem Irak und aus Marokko. Letzten Februar ging Aranda noch einmal nach Sanaa zurück. Sein Auftrag: Die Menschen zu finden, die auf dem jüngst ausgezeichneten Foto abgebildet sind. Erst hatte er mit seinem Foto dem Arabischen Frühling ein Gesicht gegeben, jetzt sollte das Gesicht einen Namen und eine Stimme erhalten.

Aranda hatte die Identität der Abgebildeten geheim gehalten. Zu groß war die Gefahr, in die ein unbedacht ausgesprochener Name die Betroffenen bringen konnte. Nach der Verleihung der Auszeichnung hatten sie selbst das Geheimnis ihrer Person aufgelöst. In mehreren lokalen Zeitungen waren bereits Interviews erschienen. Das macht es leicht für Aranda die Gesuchten zu finden. So sitzt Aranda kurz nach seiner Ankunft in Sanaa im Wohnzimmer der Familie al-Qaws. Fatima, Zayeds Mutter, bringt ihm Tee und selbstgebackene Kekse. Dann erzählt sie, wie sie den 15. Oktober 2011 erlebt hat. „Mein Sohn hat mir gesagt, er will Märtyrer sein.“ Während der Demonstration hört sie aus dem Radio, dass die Regierung Heckenschützen gegen die Protestierenden einsetzt. Voller Angst und im Glauben ihr Sohn sei tot macht sie sich auf die Suche. Sie findet ihn im Lazarett. An den Fotografen erinnert sie sich nicht.

Nach einem Monat erholt sich ihr Sohn von mehrfachen Verletzungen. Heute kann er wieder ein normales Leben führen, Taxi fahren und sein Studium fortsetzen. Die Demonstrationen, bei denen er Leib und Leben riskiert hat, erreichen schließlich ihr Ziel: Am 22. Januar 2012 übergibt Saleh die Macht offiziell an den Vizepräsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi ab. Der wird einen Monat später in einer umstrittenen Wahl zum Präsidenten gekürt. Kommt es erneut zu Protesten, dann ist Zayed al-Qaws wieder ganz vorne mit dabei.

 

Link zum Bild: http://www.worldpressphoto.org/photo/world-press-photo-year-2011-0

Yassou Melbourne

Mit einer ungewöhnlichen Aktion will man jetzt dem chronischen Taxifahrer-Mangel im australischen Melbourne begegnen: Die Griechen sollen’s richten.

Schon lange beklagt man sich in Melbourne über die schlechte Versorgung mit Taxis. Man könnte annehmen, dass in einer Stadt mit über drei Millionen Einwohnern das Taxi-Geschäft brummt. Trotzdem wird es immer schwieriger Fahrer zu finden. Auch die beiden großen Taxizentralen, Taxilink und Ambassador, haben Probleme ihren Personalstand zu halten.

Jetzt kamen Taxilink-Geschäftsführer Harry Katsiabanis und sein Kollege Louis Giannikos – immerhin seit 40 Jahren im Geschäft – auf die rettende Idee. „Als ich damals als Taxifahrer angefangen habe“, so Giannikos, „da waren 80 Prozent der Taxifahrer Griechen. Heute sind es vielleicht gerade noch 10 Prozent.“ Warum sollte man jetzt nicht wieder Griechen für den Job anheuern?

Der Plan: Bis zu 1.000 Helenen sollen nach Melbourne geholt werden. Nach einer zweiwöchigen Ausbildung an der neu gegründeten Australian Taxi Akademie sollen die Fahrer auf die Bevölkerung losgelassen werden. Die Ausbildung soll das Bedienen der GPS gesteuerten Datenfunkgeräte beinhalten, ein Training auf der Straße und Rollenspiele zum Erlernen des richtigen Umgangs mit Kunden. Die 900 australischen Dollar Kosten für die Ausbildung, rund 720 Euro, sollen den Neuankömmlingen erlassen werden. Ermöglicht werden soll der Zuzug mit Studentenvisa, die eine wöchentliche Arbeitszeit von 20 Stunden erlauben.

Mit dieser Aktion will man arbeitswillige Menschen aus dem von der Krise am meisten betroffenen Regionen Griechenlands anlocken. Das Angebot: Ein sicherer Arbeitsplatz und der attraktive Lebensstil „Down under“. Inzwischen werden auf Seminaren in Athen schon die ersten Taxirekruten angeworben. Taxilink-Chef Katsiabanis sieht in dieser Aktion Vorteile für alle beteiligten: „Überall auf der Welt werden Taxis von Einwanderern gefahren. Ich denke wir können die nächste Welle Einwanderer aus Griechenland für das Taxigewerbe nutzen.“ Das schwindende Interesse von Studenten an dem Job des Taxifahrers hätte die Zentralen zum Handeln gezwungen. Und Giannikos ergänzt: „Für die, die bereit sind hart zu arbeiten, ist das bestimmt ein lohnendes Angebot.“

Taxi mit Alleinstellungsmerkmal

Der einzige Taxifahrer im australischen Collinsville hat wegen Alkohol am Steuer seinen Führerschein verloren. Er wurde bereits zum zweiten Mal bei einer Trunkenheitsfahrt erwischt und kann jetzt seinen Beruf nicht mehr ausüben. Nun berufen sich andere Bewohner der kleinen Bergbaustadt im Bundesstaat Queensland, die ebenfalls jüngst ihren Führerschein Alkohol bedingt verloren haben, darauf, dass sie schlichtweg keine Alternative für den Heimweg vom Pub gehabt hätten. Ob die zuständigen Behörden diese Argumentation als Entschuldigung gelten lassen bleibt jedenfalls fraglich. Ebenfalls uneinsichtig bleibt Ex-Taxifahrer Joseph David. Er meint, dass ein Paar Bier zu seinem Job dazugehören. Vor allem um sich die Wartezeit auf die nächste Tour zu verkürzen. Seine Kundschaft, die hauptsächlich aus Bergbauarbeitern, die sich nach einer langen Schicht gerne den Stein-Staub aus der Kehle spülen, werden ihn wohl noch länger vermissen. Ein Nachfolger für den offenbar trotzdem nicht allzu lukrativen Job ist jedenfalls nicht in Sicht. 

An den Falschen geraten

Mit Jaime Fernando hat sich Frankie R. wohl das falsche Opfer ausgesucht. Der 20-jährige Frankie und sein flüchtiger Komplize dachten mit dem 57 Jahre alten Taxifahrer leichtes Spiel zu haben. Mit einer Pistole bedrohte er den Taxifahrer und wollte damit die Herausgabe des Taxis erpressen. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen versetzte ihm R. mit seiner Waffe einen Hieb auf den Kopf.

Das gewünschte Ergebnis blieb allerdings aus. Fernando überließ ihm den Wagen nicht, setzte sich zur Wehr, nachdem er über Funk Kollegen zu Hilfe gerufen hatte. Als wenig später die Polizei am Tatort eintraf, fanden sie jede Menge geparkter Taxis vor. In deren Mitte saß der durchnässte aber unverletzte Frankie R. im Schnee, umringt von Taxifahrern.

Die Polizei verhaftete R. umgehend und Fernandos Platzwunde am Kopf wurde behandelt. Die amerikanische Presse ist mit Tätern weniger rücksichtsvoll, als die deutschen Kollegen: In der Sonntags-Ausgabe der The Eagle Tribune – New Hampshire East wird nicht nur der volle Nachname des Täters genannt, sondern auch seine Adresse. 

Taxi nach Paris

Wer erinnert sich noch an Felix de Luxe? 1984 ging es musikalisch mit einem Taxi nach Paris. Frontmann Michy Reincke will seinem Song jetzt Taten folgen lassen.

Ob er das mit dem Taxi damals wirklich gemacht habe? Diese Frage ist Michy Reincke, ehemaliger Sänger der Hamburger Formation „Felix de Luxe“, endgültig leid. Im Sommer will er sich ein Taxi mieten und den Mitsing-Song Wirklichkeit werden lassen.

Wie kam es zu dem Hit, den zumindest jeder Hamburger und jeder Taxifahrer Bundesweit mitsingen kann? Spät in der Nacht nach einer Tour durch den Kiez ein Taxi angehalten, als der Fahrer wissen wollte, wohin es denn gehen soll „Nach Paris“ geantwortet. War gelogen. Ging nur nach Barmbek. Die Idee für den Song war da.  

Reincke ist kein One-Hit-Wonder: Nach „Taxi nach Paris“ folgten „Nächte übers Eis“ und – dann als Solokünstler – „ Valérie, Valérie“ und „Für immer blond“. Sein aktuelles Album mit dem Titel „Der Name kommt mir nicht bekannt vor“ heimst jede Menge gute Kritiken ein. Ein Konzert im Rieckhof in Harburg bei Hamburg ist bereits ausverkauft.

Nach seiner Deutschland-Tour geht es dann also endlich nach Paris, 28 Jahre nach dem Hit. Warum er sich so lange Zeit ließ? Da mag schon Preis und Entfernung eine Rolle spielen. Rund 750 Kilometer Luftlinie und 902 Straßenkilometer liegen zwischen Hamburg und der Hauptstadt Frankreichs. Nach dem momentan gültigen Hamburger Taxitarif käme ihn die Fahrt auf 1207,90 Euro. Ohne Trinkgeld, Gepäckzuschlag und Wartezeiten an roten Ampeln oder in Staus. Wir wünschen gute Fahrt! 

„Deutlich erhöhte Aggressionsbereitschaft“

Österreichisches Jugendgeschworenengericht verurteilt 20-jährigen Taxi-Schläger zu Haftstrafe. Sein Opfer bleibt auf Dauer geschädigt.

 

Der Täter traf sein Opfer am Taxistand vor einer Disko in Wals im Salzburger Land. Dort stieg er reichlich alkoholisiert und ohne einen Cent Bargeld in ein Taxi. Der Fahrer verweigerte die Fahrt und forderte den 20-jährigen Martin G. auf das Taxi wieder zu verlassen. Da sei er heißgelaufen, so der bereits dreimal wegen Gewalttaten Vorbestrafte. Er trat mehrfach auf den Taxifahrer ein, verletzte ihn schwer im Gesicht. Dann nahm er 100.00 Euro an sich und verschaffte sich den Autoschlüssel. Seine Flucht mit dem erbeuteten Taxi endete allerdings schon nach wenigen hundert Metern: ein Straßenbegrenzungsstein stoppte die Fahrt0.

 

Der Taxifahrer leidet heute noch unter den Folgen des Angriffs. Durch die Tritte ins Gesicht erlitt er einen Augenhöhlenbruch und einen Abriss des Augenmuskels. Er ist seitdem dauerhaft sehgeschädigt. Er ist nicht das erste Gewaltopfer des Martin G. Der hatte bereits vor einem Jahr den Schaffner einer Lokalbahn im Streit schwer verletzt. Den Angriff auf den Taxifahrer bestritt er allerdings. Die Staatsanwaltschaft legte ihm unter anderem „absichtliche schwere Körperverletzung mit schweren Dauerfolgen sowie Diebstahl“ zur Last.

 

Trotzdem war das Urteil, dass das Salzburger Jugendgeschworenengericht jetzt gegen ihn fällte, schon wegen der Vorstrafen keine Überraschung: Dreieinhalb Jahre ohne Bewährung. Zudem wurde die Einweisung in eine Anstalt angeordnet. Das Urteil stützt sich dabei auf ein Gutachten des Neuropsychiaters an der Universität Salzburg Ernst Griebnitz: „Der Angeklagte leidet unter einer psychischen Störung. Er weist bei Alkoholmissbrauch eine deutlich erhöhte Aggressions- und Gewaltbereitschaft auf. Es liegt nahe, dass er dann wieder ähnliche Straftaten begeht. Er braucht stationäre Behandlung. Die Einweisung in eine Anstalt für zurechnungsfähige, aber geistig höhergradig abnorme Rechtsbrecher ist zu empfehlen.“ Wie die Salzburger Nachrichten berichten ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.

 

Auch in Deutschland werden immer wieder Taxifahrer angegriffen. Die Urteile lassen dabei manchmal an Konsequenz vermissen. Ein Taxibus-Kollege aus München, dem ich nach Dringend-Ruf zu Hilfe kam, konnte als Folge des Angriffs zweier Jugendlicher seinen Beruf nicht mehr ausüben. Alleine die körperlichen Schäden, die ihm während des Angriffs zugefügt wurden, rechtfertigten eine Krankschreibung über sechs Monate. Ein Versuch die Arbeit wieder aufzunehmen scheiterte an Panik-Attacken, wie er mir später erzählte. Die Münchner Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren gegen die beiden Täter seinerzeit ein. „Mangels öffentlichem Interesse“, wie es in einem Schreiben an den Geschädigten hieß. 

Er rollt und rollt und rollt nicht mehr: Mexico City mustert Käfer-Taxis aus

Bis eben gehörten sie noch zum Stadtbild der Megacity: Käfer-Taxis, auch „Bugs“ oder „Vochos“ genannt. Jetzt werden sie in Rente geschickt.

2002 hat die Stadt Mexico die letzten VW-Käfer als Taxis zugelassen – mit 10-jährigem Verfallsdatum. Waren 2006 noch rund die Hälfte aller 100.000 Taxis in der Stadt Käfer, so sind heute gerade noch 3.500 „Vochos“ unter 130.000 Taxis. Victor Ramirez, Leiter der Taxi-Abteilung der städtischen Verkehrsbehörde meint die Zeiten für das klassische VW-Design seien vorbei. Immerhin stamme das Form gebende Original aus den 1930-er Jahren. Trotzdem werden einige Nostalgiker die grün-weiß lackierten Käfer vermissen.

Seit 2003 werden in Mexico Stadt nur noch Viertürer als Taxis zugelassen. Das sei vor allem der Sicherheit geschuldet. Bei den Käfern war der Zu- oder Ausstieg meist nur über die Beifahrertür möglich. Oft fehlte der Beifahrersitz um Platz für Gepäck zu schaffen und um das Erreichen der Rückbank für Passagiere zu erleichtern. Anstatt auszusteigen blieben die Fahrer lieber auf dem Fahrersitz und behalfen sich mit einem Seil um die Beifahrertüre von Innen schließen zu können.

Vor allem bei den Einheimischen waren die Käfer-Taxis trotzdem beliebt, weil sie vor allem billiger waren, als die großen amerikanischen Limousinen. Damit die ausrangierten Käfer nicht als Privatwagen auf der Straße bleiben, bietet die Regierung jedem Taxiunternehmer, der seinen alten VW verschrottet, zur Anschaffung eines neuen Taxis einen Kredit von 15.000 Peso – umgerechnet 890,00 Euro.

Nachtrauern werden aber auch die Fahrer den Vocho, der in Mexico bis 2003 hergestellt wurde. Taxifahrer Vera Perez erinnert sich: „Nach einem kleinen Auffahrunfall hast Du einfach der Stoßstange einen Schlag mit dem Hammer gegeben und die war so gut wie neu.“