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Mrz
18

Taxi, Familienauto, Lieferfahrzeug und Shuttle der Zukunft

Seit November 2005 ist Thomas Rachel Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung. Heute veröffentlichte das Ministerium eine Pressemeldung aus seinem Fachbereich. Darin geht es um Zukunfts-Projekt, wie die Entwicklung autonomer und elektrische Fahrzeugmodelle für konkrete Anwendungen. Laut Rachel ein „In Deutschland einzigartiges Leuchtturmprojekt“. Welche Rolle spielt das Taxigewerbe?

Bis 2022 sollen emissionsfreie und fahrerlose Fahrzeuge mit modularem Aufbau für vier konkrete Anwendungsfälle in Logistik und Personentransport entwickelt werden. Im Projekt UNICARagil werden dabei die neuesten Forschungserkenntnisse zum automatisierten vernetzen Fahren und zur Elektromobilität gebündelt. Die Fahrzeuge sollen vielseitig nutzbar, effizient, komfortabel und sicher sein. Am Ende des Projekts werden die neuen Fahrzeuge auf öffentlichen Testfeldern in Deutschland erprobt.

Der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel sagte bei der heutigen Auftaktveranstaltung in Aachen: „Der Bedarf an alltagstauglichen Elektrofahrzeugen ist groß, ob als Taxi oder Lieferfahrzeug. Wir wollen mit der Forschung dafür sorgen, dass Fahrzeuge entwickelt werden, die leistungsfähig, zuverlässig und emissionsfrei funktionieren. Mit UNICARagil starten wir ein in Deutschland einzigartiges Leuchtturmprojekt.“

Die vier im Projekt zu entwickelnden Anwendungsfälle sind:

  • AUTOtaxi: Gerufen und geöffnet per Smartphone fährt es die Fahrgäste komfortabel und sicher von A nach B, informiert per App und Benutzerschnittstelle im Fahrzeug und hält auf Wunsch des Fahrgastes auch spontan an.
  • AUTOelfe: Das automatisierte Fahrzeug als Dienstleister für die ganze Familie. Es erledigt zum Beispiel Einkäufe und fährt die Kinder zur Musikschule – alles koordiniert durch die Familie per App.
  • AUTOliefer: Als „mobile Packstation“ mit raumeffizienter Fördertechnik kann das Fahrzeug eigenständig Pakete außerhalb des Fahrzeugs aufnehmen und abgeben, so dass der Transport von der Anwesenheit des Empfängers entkoppelt ist (Tag- & Nachtlieferung).
  • AUTOshuttle: In diesem Fahrzeug können Fahrgäste wie in einem Zug mitfahren, wobei sich mehrere elektronisch koppelbare Fahrzeuge auch wie ein Schienenfahrzeug verhalten und damit einen minimalen Verkehrsraum beanspruchen. Optional können auch Güter transportiert werden, da die Sitze sehr platzsparend und flexibel genutzt werden können.

Das unter Federführung der RWTH Aachen gestartete Projekt verbindet 14 Hochschulinstitute und sechs Unternehmen, darunter vier KMU, aus ganz Deutschland. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt das Projekt mit rund 23 Millionen Euro im Rahmen des Förderprogramms „Mikroelektronik aus Deutschland – Innovationstreiber der Digitalisierung“. Mit der Förderung der urbanen Testumgebung CERMcity in Aldenhoven bei Aachen und eines innovativen Fahrsimulators an der RWTH hat das BMBF zudem wichtige Forschungsinfrastrukturen für den stark wachsenden Bereich des autonomen Fahrens beigesteuert. In Aachen und den weiteren am Projekt beteiligten Standorten sind in den vergangenen Jahren exzellente Versuchsräume für die Mobilität der Zukunft entstanden, die die Projektpartner mit ihren Kompetenzen und Forschungsarbeiten weiter stärken.

Welche Rolle gewachsene Strukturen und das bestehende Taxigewerbe dabei spielen sollen, das wird nicht ausgeführt. Es bleibt daher zu befürchten, dass die an der Entwicklung beteiligten Firmen dieses Projekt gleich als Einstieg in den immer stärker umkämpften Beförderungsmarkt nutzen. Auch denkbar ist, dass das Wort Taxi nur als Oberbegriff gedacht ist und längst geplant ist diese Dienstleistung von anderen Anbietern erbracht werden wird. An UNICARagil beteiligen sich bislang neben der RWTH die TU Braunschweig, die TU Darmstadt, die TU München, die Uni Stuttgart, die Universität Ulm und das Karlsruher Institut für Technologie. Gewerbliche Partner sind Atlatec, flyXdrive, iMAR Navigation, IPG Automotive, Schaeffler Technologies und VIRES Simulationstechnologie.

„Für autonomes Fahren geeignete Konzepte erforderten eine Abkehr von etablierten Architekturen und Prozessen, erläutert Heise.de das Projekt. „Die in der Automobilindustrie vorherrschenden und in den letzten 130 Jahren bewährten Methoden der evolutionären Weiterentwicklung bestehender Systeme und Konzepte werden daher nur begrenzt Erfolg haben können.“ Für das gewohnte Taxi scheint da wenig Raum. Damit würde das Taxi der Zukunft nicht nur autonom, es würde auf Betreiberseite auch dem Mittelstand komplett entzogen.

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Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung.

 

Bildrechte: Nicolas17/wikipedia.org, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, Quellen: Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vom 08.03.2018, Heise.de.

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