23
Mrz
12

Ende einer Dienstfahrt

Berlin geht gegen Piraten-Taxis vor.

So hatte er sich seinen Arbeitstag nicht vorgestellt: Drei Polizisten umstellen sein Fahrzeug und beenden seine Geschäftstätigkeit. Der Wagen in hellelfenbein, allerdings ohne Dachzeichen und Taxameter, war häufig von echten Taxi-Kollegen am Berliner Flughafen Tegel gesichtet worden. Auffällig war, dass der Fahrer regelmäßig das Flughafengebäude alleine betrat und mit Fahrgästen wieder zum Auto zurückkehrte.

Vermutet wird, dass es sich dabei um illegalen Taxibetrieb handelt. Das heißt Personenbeförderung ohne Taxilizenz und Taxischein. Deshalb haben die Taxifahrer die Polizei verständigt. Die kam schon nach kurzer Zeit und kontrollierte den Fahrer. Dabei stellte sich heraus, dass der Fahrer nicht einmal einen Personenbeförderungsschein vorweisen konnte. Ohne den so genannten P-Schein wäre nicht einmal ein unter Umständen legaler Flughafentransfer möglich.

Im Februar kam es vor dem Flughafen Tegel zu einer Taxi-Demo gegen die „Piraten-Taxis“. Das schließt nicht nur die illegalen Taxis ein, sondern auch reguläre Taxis, die unter Umgehung der Warteschlange am Taxistand die Fahrgäste lieber gleich in der Ankunftshalle abfangen. Besonders Fluggäste, die sich nicht auskennen, seien die beliebtesten Opfer der Freibeuter. „Sie werden dann für einen vermeintlich günstigen Festpreis ohne Taxameter in die City transportiert – zum Beispiel ins Interconti für 50 Euro. Das sind rund 35 Euro zu viel“, sagt Uwe Gawehn, Vorsitzender der Taxi-Innung Berlin.

Leidtragende dieser Praxis sind neben den Fahrgästen auch Hoteliers, die damit werben die Taxikosten für die Anreise ihrer Gäste zu übernehmen. Die bekommen immer öfter unzureichend ausgefüllte Quittungen mit Fantasiepreisen vorgelegt. Von Taxinummer oder Unternehmerangaben fehlt natürlich auf diesen Quittungen jede Spur. Der gestern aufgebrachte Pirat wird sich allerdings längere Zeit nicht mehr an diesem lukrativen Geschäft beteiligen können.

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