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Mrz
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Yassou Melbourne

Mit einer ungewöhnlichen Aktion will man jetzt dem chronischen Taxifahrer-Mangel im australischen Melbourne begegnen: Die Griechen sollen’s richten.

Schon lange beklagt man sich in Melbourne über die schlechte Versorgung mit Taxis. Man könnte annehmen, dass in einer Stadt mit über drei Millionen Einwohnern das Taxi-Geschäft brummt. Trotzdem wird es immer schwieriger Fahrer zu finden. Auch die beiden großen Taxizentralen, Taxilink und Ambassador, haben Probleme ihren Personalstand zu halten.

Jetzt kamen Taxilink-Geschäftsführer Harry Katsiabanis und sein Kollege Louis Giannikos – immerhin seit 40 Jahren im Geschäft – auf die rettende Idee. „Als ich damals als Taxifahrer angefangen habe“, so Giannikos, „da waren 80 Prozent der Taxifahrer Griechen. Heute sind es vielleicht gerade noch 10 Prozent.“ Warum sollte man jetzt nicht wieder Griechen für den Job anheuern?

Der Plan: Bis zu 1.000 Helenen sollen nach Melbourne geholt werden. Nach einer zweiwöchigen Ausbildung an der neu gegründeten Australian Taxi Akademie sollen die Fahrer auf die Bevölkerung losgelassen werden. Die Ausbildung soll das Bedienen der GPS gesteuerten Datenfunkgeräte beinhalten, ein Training auf der Straße und Rollenspiele zum Erlernen des richtigen Umgangs mit Kunden. Die 900 australischen Dollar Kosten für die Ausbildung, rund 720 Euro, sollen den Neuankömmlingen erlassen werden. Ermöglicht werden soll der Zuzug mit Studentenvisa, die eine wöchentliche Arbeitszeit von 20 Stunden erlauben.

Mit dieser Aktion will man arbeitswillige Menschen aus dem von der Krise am meisten betroffenen Regionen Griechenlands anlocken. Das Angebot: Ein sicherer Arbeitsplatz und der attraktive Lebensstil „Down under“. Inzwischen werden auf Seminaren in Athen schon die ersten Taxirekruten angeworben. Taxilink-Chef Katsiabanis sieht in dieser Aktion Vorteile für alle beteiligten: „Überall auf der Welt werden Taxis von Einwanderern gefahren. Ich denke wir können die nächste Welle Einwanderer aus Griechenland für das Taxigewerbe nutzen.“ Das schwindende Interesse von Studenten an dem Job des Taxifahrers hätte die Zentralen zum Handeln gezwungen. Und Giannikos ergänzt: „Für die, die bereit sind hart zu arbeiten, ist das bestimmt ein lohnendes Angebot.“

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3 Responses to “Yassou Melbourne”


  1. 14. März 2012 um 18:38

    Warum kommt niemand auf UNS zu? Ich würde gerne mal in Melbourne aushelfen..–))!

  2. 14. März 2012 um 20:25

    Klar. Nach Australien reisen, dort arbeiten, Geld bekommen und neue Erfahrungen sammeln? Warum nicht? Nicht für immer, denn der Job drüben ist sicher härter als hier.


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